NABU-Streuobstwiese in Gundelfingen

Foto: NABU/S. Wilke
Foto: NABU/S. Wilke

Nördlich von Gundelfingen, an der Grenze zu Denzlingen, liegt die kleine Streuobstwiese. Eingerahmt von dem Taubenbach, alten Gewächshäusern, und einem Maisacker. Seit 2005 hat der NABU die nur 2243 qm große Wiese von einer Erbengemeinschaft gepachtet und betreut sie seither.

Auf der Wiese stehen insgesamt 18 Obstbäume. Davon sind 12 alte Apfelbäume der Sorte Bohnapfel. Einige der Bäume sind bis zu 120 Jahre alt. Die Frucht ist klein und besitzt eine grüne Farbe, teilweise auch mit roten Streifen. Die saftig säuerlichen Äpfel reifen Mitte Oktober bis Anfang November. Da die Bohnäpfel durch ihre gute Transportfähigkeit und die hohe Saftausbeute sich als Mostäpfel eignen, lässt der NABU aus den Äpfeln in der Kellerei St. Katharinen in Königschaffhausen sie zu einem köstlichen Apfelsaft verarbeiten.

Zur Verjüngung der Streuobstwiese sind in der Zeit von 2005 bis 2007 sechs neue Obstbäume mit unterschiedlicher Sorten neugepflanzt worden. Darunter sind ein Kirsch- und ein Pflaumenbaum.

 

Neben der Obsterzeugung werden die Streuobstwiesen auch als Weiden oder Wiesen genutzt. Durch diese Doppelnutzung entstanden ökologisch wertvolle Lebensgemeinschaften, in denen bis zu 450 Pflanzen- und 3.000 Tierarten vorkommen können. Gerade die alten, hohlen Bäume bieten Eulen, Steinkäuzen oder dem Wendehals Unterschlupf. Ihre Nahrung finden sie sowohl in der Wiese als auch in Borke oder Zweigen der Obstbäume.

Damit die Vögel leichter Wohnraum an den Bäumen finden, sind 9 Nistkästen aufgehangen worden. Die meisten davon wurden durch den Feldsperling bezogen und einer von einem Meisenpaar.
An zwei alten Apfelbäumen befinden sich je eine Steinkauzröhre als Wohnungsangebot für den Steinkauz, der in der Nähe von Vörstetten brütet. Bis jetzt ist in diese noch kein Steinkauz eingezogen.


Radikaler Rückschnitt der Apfelbäume

Im Januar 2012 sind die alten Apfelbäume fachgerecht von der Firma Scherer aus Sölden zurück geschnitten worden. Die Pflegearbeit ist an diese Fachfirma vergeben worden, da mit Leitern und Handsägen die oberen Bereiche der Bäume nicht gefahrlos zu erreichen waren. Mit Hilfe eines Hubsteigers und Motorsäge wurde diese Arbeit von Herrn Scherer persönlich ausgeführt.

Nötig war dieser radikale Rückschnitt, weil viele der großen alten Äste wie in den Vorjahren bei Sturm unkontrolliert abzubrechen drohten.
Dadurch fiel die Apfelernte im Herbst geringer aus, was aber durch größere Früchte teilweise ausgeglichen wurde.
Entscheidend ist aber darüber hinaus, daß durch diese Maßnahme die Lebensdauer der uralten Bäume verlängert wird.

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