Biene des Monats

Bei der Eröffnung des Wildbienenlehrgartens kam die Idee, Wildbienen auf der Internetseite des NABU-Freiburg einzeln genauer vorzustellen und bekannter zu machen.

Wir beginnen damit, jeden Monat eine Biene vorzustellen, die am Tuniberg, eventuell auch im Wildbienen-lehrgarten, zu sehen ist oder zu sehen war.

Diese Bienen sind auch teilweise in der Broschüre  "Welche Biene sitzt auf dieser Blüte" zu finden, wie können aber hier im Internet die Bilder größer darstellen und das Wiederfinden der Bienen erleichtern.

Wir freuen uns über Anregungen und Kommentare!


November 2020 bis Februar 2021

Bienenwinter, siehe November 2019 bis Februar 2020


Oktober 2020: Ackerhummel

Bombus pascuorum

An welcher Blüte: nicht auf spezielle Futterquellen spezialisiert

Flugzeit: April bis Oktober

Aussehen: 9-18 mm; beide Geschlechter variabel gefärbt, braunrot behaarte Brust

Lebensraum: weit verbreitet, sehr häufig, auch Gärten und Parks

Nistweise: Erdnester, oft in Mauselöchern, oder in Hohlräumen überirdisch, 60-150 Individuen

Besonderheiten: im Frühjahr sieht man ausschließlich Jungköniginnen, da nur diese überwintern und ein neues Volk gründen

Achtung Verwechslung: Veränderliche Hummel (unterschiedliche Behaarung 2-4 Tergite)


September 2020: Dunkelfransige Hosenbiene

Dasypoda hirtipes

An welcher Blüte: an Korbblütlern (Asteraceae)

Flugzeit: Juni bis September

Aussehen: 12 - 15 mm, auffällig lange Haarbürsten ("Hosen") an den Hinterbeinen bei dem Weibchen

Lebensraum: Sandgruben, Hochwasser- und Bahndämme, Böschungen mit lockerem Löss; zerstreut

Nistweise: Erdnester in sandigen bzw. lockeren Untergrund

Achtung: Männchen anders aussehend

Bilder: Josef Bülles und Felix Fornoff


August 2020: Blutweiderich-Langhornbiene

Eucera salicariae

An welcher Blüte: an Blutweiderich (Lythrum salicariae)

Flugzeit: Juli und August

Aussehen: 8 - 10 mm, Brustschild gelb-braun behaart, Hinterleib mit hellen Filzbinden, Männchen mit sehr langen Fühlern (siehe Bild)

Lebensraum: an Gräben, Fluss- und Bachauen mit Blutweiderich

Nistweise: Erdnester in Sand oder Lößlehm auf geneigter Fläche

Besonderheiten: die Männchen übernachten gerne in Gruppen an der Spitze der Blutweiderich-Blütenstengel

Bilder: Josef Aschenbrenner und Josef Bülles


Biene des Jahres 2020 und unsere Biene des

Juli 2020: Auen-Schenkelbiene

Macropis europaea

An welcher Blüte: an Gilbweiderich (Lysimachia spec.; auch an Gartenformen)

Flugzeit: Mai bis September

Aussehen: 8 - 9 mm, Brustschild schwarz, schütter behaart, Hinterleib mit schmalen weißen Streifen; Unterschenkel schneeweiß behaart, nächstes Segment schwarz behaart; trägt oft dicke abstehende, ölverklebte gelbliche Pollenpakete

Lebensraum: Wald und Gewässerränder, Hochwasserdämme überall im Umfeld von Gilbweiderich-Beständen

Nistweise: Erdnester, oft in Uferböschungen

Besonderheiten: sammelt an Lysimachia Pollen und Blütenöl, bei der Nektarversorgung nicht spezialisiert

Achtung: Verwechslung nur mit der Schwesternart Wald-Schenkelbiene Macropis fulvipes möglich. Bei dieser ist der Unterschenkel braunweiß, nächstes Segment ist rotbraun behaart. Leider sind die Farben nicht mehr gut zu erkennen und zu unterscheiden, wenn die Biene Pollenpakete an den Unterschenkeln hat.

Bilder: Josef Aschenbrenner und Felix Fornoff


Juni 2020: Blauschillernde Sandbiene

Andrena agilissima

An welcher Blüte: an Kreuzblütlern (Brassicaceae), z.B. Senf und Rettich

Flugzeit: Juni (April bis Juli)

Aussehen: 13 - 15 mm, große, blauschwarz glänzende Biene mit dunklen Flügeln

Lebensraum: in Sand-, Kies-, Lehmgruben, Weinbergen, an Flußufern und Ackerrandstreifen

Nistweise: Erdnester an Steilwänden oder Böschungen, mehrere ♀ können dasselbe Einflugloch nutzen

Besonderheit: leicht an ihren auffallend schwarzen Flügeln und dem namensgebenden sehr hektischen Flugverhalten zu erkennen

Bilder: Josef Aschenbrenner


Mai 2020: Osmia aurulenta

An welcher Blüte: polylektisch, besonders an Schmetterlingsblütlern und Lippenblütlern

Flugzeit: April bis Juli

Aussehen: 8 - 10 mm, Männchen im Feld nicht von ähnlichen Osmia-Arten zu unterscheiden. Weibchen im frischen Zustand durch leuchtend braunrote Behaarung von Kopf, Brust und Tergit 1, der ebenso gefärbten schmalen Tergitbinden sowie der orangeroten Bauchbürste zu erkennen.

Lebensraum: verbreitet, vorwiegend in Kalkgebieten bis 2000m Höhe

Nistweise: in leeren Schneckengehäusen

Achtung Verwechslung:  Osmia rufohirta oder abgeflogene Weibchen ähnlich Osmia tridentata

Bild: Josef Bülles


April 2020: Fuchsrote Sandbiene

Andrena fulva

An welcher Blüte: Polylektisch, besonders häufig an Stachel- oder Johannesbeeren

Flugzeit: April und Mai

Aussehen: 9 - 14 mm, Weibchen im frischen Zustand auf der Oberseite mit leuchtend rostroter Behaarung, Kopf und Unterseite schwarze Behaarung; Männchen im Feld nicht von ähnlichen Andrena-Arten zu unterscheiden

Lebensraum: Lichte Wälder, Waldränder, Hochwasserdämme, Weinberge, Siedlungsschwerpunkte aber in Dörfern und Städten

Nistweise: selbstgegrabene Hohlräume in der Erde, auch in größeren Kolonien

Bilder: Josef Bülles und Felix Fornoff


März 2020: Frühlings-Pelzbiene

Anthophora plumipes

An welcher Blüte: Polylektisch.

Flugzeit: März bis Juni

Aussehen: 14 - 15 mm, Weibchen mit charakteristisch düster grau- bis schwarzbrauner Behaarung, rostroter Beinbürste und schwach angedeuteten hellen Hinterleibsbinden. Männchen durch die sehr langen schwarzen Haarfransen auf den ersten vier Tarsengliedern der Mittelbeine unverwechselbar

Lebensraum: Flussufer mit Steilwänden, Sand-, Kies- und Lehmgruben, Weinberge mit Trockenmauern oder Lösswänden

Nistweise: vorwiegend Steilwände, Abbruchkanten und lehmverfugte Gemäuer; kolonieweise.

Bilder: Josef Aschenbrenner, Felix Fornoff


Februar 2020: Blauschwarze Holzbiene

Xylocopa Violacea

An welcher Blüte: gerne an großblütigen Lippen- und Schmetterlingsblütlern (Lamiaceae und Fabaceae)

Flugzeit: Januar bis Oktober

Aussehen: mit 20 bis 25 mm größte einheimische Wildbiene, blau-schwarz metallisch glänzend, hummelartig

Lebensraum: im Siedlungsbereich, in Gärten, Parks, Streuobstwiesen

Nistweise: in leicht verwittertem Totholz

Besonderheiten: beißt kleine Blüten gerne an der Basis auf, um an den Nektar zu gelangen

Bilder: Josef Aschenbrenner, Beate Seelmann-Eggebert


November 2019 bis Februar 2020: Bienenwinter

Brutzellen der Blattschneiderbienen. Die Pigmentierung der Augen der Puppe zeigt das nahende Ende der Metamorphose an.
Brutzellen der Blattschneiderbienen. Die Pigmentierung der Augen der Puppe zeigt das nahende Ende der Metamorphose an.

Wo sind die Wildbienen im November bis Februar?

Gute Informationen zum Lebenszyklus der Bienen mit einem interessanten Foto von schlafenden Keulhornbienen im Brombeerstengel finden Sie auf der Internetseite von Paul Westrich hier

Eine kurze Zusammenfassung über die Bienen im Winter finden Sie auch hier beim NABU Baden-Württemberg.

 

Vermutlich ab Februar finden Sie hier wieder jeden Monat eine weitere Vorstellung einer Wildbiene.


Oktober 2019: Erdhummel

Bombus terrestris

An welcher Blüte: nicht auf spezielle Futterquellen spezialisiert

Flugzeit: März bis Oktober

Aussehen: ♀ 20-23 mm, ♂ 14-16 mm, Arbeiterin 11-17 mm; schwarz, je 1 schmale dunkelgelbe Querbinde auf Brustschild und dem vorderen Hinterleib, Hinterende weiß; kurzer Rüssel

Lebensraum: fast überall, auch Gärten und Parks

Nistweise: Erdnester, oft in Mauselöchern, 100-600 Tiere pro Nest

Besonderheiten: im zeitigen Frühjahr sieht man ausschließlich Jungköniginnen, da nur diese überwintern und ein neues Volk gründen

Achtung Verwechslung: die Gartenhummel (Bombus hortorum) hat eine dritte dunkelgelbe Querbinde am hinteren Brustschild, also optisch eine Doppelbinde in der Körpermitte

Bilder: Josef Aschenbrenner, Beate Seelmann-Eggebert


September 2019: Efeu-Seidenbiene

Colletes hederae

An welcher Blüte: an Efeu

Flugzeit: August bis Oktober

Aussehen: 8,5 - 14,5 mm, Brustschild dicht braun behaart, Hinterleib schwarz-gelb gebändert

Lebensraum: überall häufig an Efeubeständen

Nistweise: Erdnester in Sandflächen (auch Sandkästen) und an Lößwänden

Besonderheiten: die Art wurde unter anderem wegen der späten Flugzeit erst in den neunziger Jahren entdeckt

Achtung Verwechslung: ähnelt entfernt einer Honigbiene, diese fliegt ebenfalls häufig Efeu an

Bilder: Josef Aschenbrenner, Beate Seelmann-Eggebert


August 2019: Malven-Langhornbiene

Eucera macroglossa

An welcher Blüte: an Malvengewächsen (Malvaceae) hier: Rosenmalve (Malva alcea)

Flugzeit: Juni bis August

Aussehen: ca. 12 mm, typische "Zebrastreifung" am Hinterleib; Männchen mit langen Fühlern

Lebensraum: an Wegrändern, Böschungen und in Weinbergen; in Baden-Württemberg ausschließlich an Tuniberg und Kaiserstuhl; dort lokal häufig

Nistweise: Erdnester in Sand oder Lößlehm, insbesondere auch an senkrechten Lößwänden

Besonderheiten: die Männchen übernachten gerne in den nachts geschlossenen Blüten (siehe Bild)

Bilder: Josef Aschenbrenner


Juli 2019: Zaunrüben-Sandbiene

Andrena florea

An welcher Blüte: an Zaunrübe (Bryonia dioica)

Flugzeit: Mai bis August

Aussehen: 9-13mm, schmal, 1-2 Hinterleibssegmente rötlich; ähnelt sehr entfernt der Honigbiene, ist aber deutlich kleiner

Lebensraum: Waldränder, Hecken, Gärten

Nistweise: Erdnester in sandigem oder lockerem Boden

Bilder: Josef Aschenbrenner


Juni 2019: Knautien-Sandbiene

Andrena hattorfiana

An welcher Blüte: an Acker-Witwenblume (Knautia arvensis) und anderen Kardengewächsen (Dipsacoideae)

Flugzeit: Mai bis August

Aussehen: große, auffällige Biene, ca. 15mm, der vordere Teil des Hinterleibs meist rötlich gefärbt, schmale weiße Streifen

Lebensraum: auf trockenen Wiesen, Magerrasen, Dämmen etc.; noch verbreitet, Bestände stark abnehmend

Nistweise: Erdnester an vegetationsarmen, waagerechten oder leicht schrägen Stellen

Besonderheiten: durch die rosa gefärbten Knautien-Pollen ist das pollenbeladene Weibchen eine unserer auffallendsten Wildbienen

Bilder: Josef Aschenbrenner


Mai 2019: Mai-Langhornbiene

Eucera nigrescens

An welcher Blüte: Zu finden ist die Mai-Langhornbiene an Schmetterlingsblütlern (Fabaceae) besonders Zaunwicke (Vicia sepium).

Flugzeit: Sie fliegt von April bis Juli, insbesondere im Mai.

Aussehen: Sie ist 13 bis 16mm groß, Brustschild oberseits gelb-braun behaart, Hinterleib schwarz mit hellen Binden, das Männchen hat extrem lange Fühler, siehe Bilder.

Lebensraum: Zu finden ist sie auf Streuobstwiesen, Dämmen, Böschungen, überall da, wo die Zaunwicke blüht.

Nistweise: Sie baut Erdnester in sandigen und lehmigen Böden.

Mögliche Verwechslung: Sie ist ähnlich der Eucera longicornis, deren Hauptflugzeit ist im Juni. Beide Arten können im Feld nicht unterschieden werden.

Bilder: Josef Aschenbrenner und Beate Seelmann-Eggebert