Kasse und Geschäftsstelle
Friederike Strauß
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Beisitzerin
Ulrike Gaberle
Werner Oberle (1950 – 2026)
Der NABU trauert um Werner Oberle, der am 27. Februar 2026 verstorben ist. Sein Name wird immer mit den Schutzgebiet Humbrühl bei Waltershofen verbunden bleiben, doch während seiner 50-jährigen Mitgliedschaft engagierte er sich für den Verband auch in weiteren Bereichen.
1976 trat Werner in den NABU ein, der damals noch DBV - Deutscher Bund für Vogelschutz hieß und im Jahr 1981 wurde er als Beisitzer in den Vorstand gewählt, ein Amt, das er bis zuletzt innehatte.
Von Beginn an war er aktiv dabei, vor allem um neue Mitglieder zu werben, denn er konnte andere Menschen überzeugen und begeistern, sich ebenso für Natur und Umwelt einzusetzen. Er schrieb regelmäßig Interessierte per Post an, verteilte großzügig Infomaterial, gestaltete Schilder und Plakate und stand an Infoständen, wo er intensive Gespräche führte. Der starke Mitgliederzuwachs der Freiburger Gruppe Ende der 70ziger/Anfang der 80ziger Jahre ist in erster Linie ihm zu verdanken. Bei der Landesgartenschau im Jahr 1986 im Seepark sorgte er dafür, dass der DBV in der Öffentlichkeit weiter bekannt wurde und dort ein halbes Jahr lang seine Aktivitäten vorstellen sowie mehrere Exkursionen durchführen konnte.
Nicht nur auf lokaler Ebene war er tätig, er unterstützte den Landesverband bei der Zuordnung der Mitglieder zu den Ortsgruppen und war maßgeblich bei der Entstehung des Bezirksverbands und bei mehreren Gruppengründungen in Südbaden beteiligt. Für sein Engagement erhielt er bereits 1986 die Ehrennadel in Silber und 2009 überreichte ihm der NABU die Ehrenadel in Gold.
Was aber immer mit seinem Namen verbunden sein wird, ist das Schutzgebiet Humbrühl, es war sein Lebenswerk im NABU. Als Schutzgebietsbetreuer des größten Schutzgebiets des NABU Freiburg war er bei vielen Menschen, nicht nur bei Mitgliedern, bekannt und beliebt.
Die Erfolgsgeschichte des Humbrühl begann 1978, als er zusammen mit Günter Holzwarth auf ein Feuchtgebiet vor dem Tuniberg bei Waltershofen aufmerksam wurde, das von Zerstörung bedroht war. 1980 konnten erste Grundstücke erworben werden, später wurden Teiche angelegt, Sträucher gepflanzt, Äcker in Wiesen umgewandelt, um neue Lebensräume zu schaffen. Im Laufe der Zeit entstand so ein Mosaik von Lebensräumen für zahlreiche Vogel- und Tier- und Pflanzenarten.
Seiner großen Überzeugungskraft gepaart mit freundlicher Beharrlichkeit war es zu verdanken, dass sich immer mehr Eigentümer zum Verkauf oder zur Pacht ihrer Flächen entschlossen haben, so dass im Laufe der Jahre weitere Grundstücke hinzukamen und das Schutzgebiet so immer größer wurde. Heute sind es über 100 Grundstücke, die er in NABU-Eigentum gebracht oder gepachtet hatte.
Werner Oberle hatte stets eine genaue Vorstellung von seinen Zielen und wenn es mal nicht so klappte, versuchte er es einige Jahre später wieder, die Eigentümer von einem Verkauf zu überzeugen. Grundstücksverhandlungen sind ein schwieriges Geschäft, das nicht immer für den NABU erfolgreich endete, aber aufgeben war nicht sein Ding. Werner blieb dran und wenn sich, selbst erst nach Jahren, eine neue Gelegenheit bot, griff er zu und schreckte auch nicht vor einem komplizierten Ringtausch mit mehreren Beteiligten zurück, um das anvisierte Grundstück endlich in NABU-Eigentum zu bringen.
Grunderwerb muss selbstverständlich auch finanziert werden. Werner schaffte es Zuschüsse zu erhalten und viele kleine Beträge und selbst hohe Summen als Spenden einzuwerben; besonders als 1999 der Kauf eines 3,2 ha großen Grundstücks anstand, sorgte er erfolgreich mit dafür, dass der nötige Betrag für den Kauf zusammenkam.
Ohne praktische Naturschutzarbeit ging es natürlich nicht, tatkräftig packte er, unterstützt von seinen Helferinnen und Helfern, bei allen Pflegeeinsätzen selbst an, z.B. schnitt er jeden Winter Kopfweiden, um die Weidenruten dann an Kindergärten oder Privatleute abzugeben.
Sehr wichtig war ihm die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Landwirten vor Ort, die die Flächen mähen und mit denen er genaue, ausführlich beschriebene Pacht und Nutzungsverträge aushandelte. Auch bei den Ortsvorstehern am Tuniberg und den Bürgermeistern von Gottenheim und Umkirch war er gut bekannt.
Für die Ausweisung als Naturschutzgebiet brauchte es einen sehr langen Atem, die Gespräche mit den Naturschutz-behörden und allen Beteiligten zogen sich über Jahre hin, aber er ließ nicht locker und im Jahr 2009 war das Ziel erreicht, die Ausweisung des 26 ha großen NSG „Humbrühl-Rohrmatten“ war endlich in trockenen Tüchern. Ein Erfolg für den Naturschutz, der ohne ihn nie zustande gekommen wäre und auf den er mit Recht stolz sein konnte.
Seine Begeisterung für die Natur gab er unermüdlich auf seinen Exkursionen weiter, besonders freute es ihn, wenn er von seinen Beobachtungen berichten und den Teilnehmenden z.B. Nachtigall, Pirol oder den Schwarzmilan zeigen konnte.
Er unterstützte auch die Jugendgruppe seit Anbeginn regelmäßig, die Kinder und Jugendlichen halfen bei Pflegeeinsätzen und Nistkastenkontrollen im Humbrühl mit und freuten sich nach getaner Arbeit auf eine Stärkung, die er bereitstellte.
Über all die Jahre kümmerte er sich stets um das Wohl seiner Helferinnen und Helfer bei den Arbeitseinsätzen und sorgte in den Pausen für eine Verpflegung.
Jedes Jahr erstellte Werner einen ausführlichen Jahresbericht über das Geschehen im Humbrühl und präsentierte diesen auf der jährlichen Mitgliederversammlung des NABU Freiburg. Den 41. Jahresbericht für das Jahr 2025 sandte er uns noch im Januar 2026 zu, dieser ist nun sein letzter geworden.
Werner Oberle war ein Mensch, der stets zielstrebig und optimistisch an eine Sache heran ging, er war immer freundlich, hilfsbereit und seinen Mitmenschen zugewandt.
Wir vermissen ihn sehr und werden ihn mit großer Dankbarkeit in guter Erinnerung behalten. Wir werden nicht vergessen, was er für den NABU alles getan hat.
Friederike Strauß
Der NABU-Gruppe Freiburg wird vom NABU Bezirksverband Südbaden unterstützt.
Ansprechpartnerin ist Christine Hercher Tel.07634 5 95 25 55 oder E-Mail [email protected]