Blühpatenschaften am Tuniberg

Liebe Naturfreundinnen und Naturfreunde,


die Blühpatenschaften für 5 Hektar Ackerfläche, wie im Text unten beschrieben, sind alle vergeben. Wir freuen uns über diesen tollen Erfolg und bedanken uns bei den Patinnen und Paten!


Nun stellt ein anderer Opfinger Landwirt weitere Flächen für Blühfelder zur Verfügung.

Die Konditionen sind die gleichen wie unten beschrieben, nur die Kontaktdaten sind verschieden: Wenn Sie eine Blühpatenschaft abschließen möchten, melden Sie sich bei Martin Linser unter:

martin@linser.de oder Tel. 0171 7141 721 und geben dabei bitte Ihre Postanschrift und den gewünschten Umfang Ihrer Patenschaft an.
Fragen zum Naturschutz werden wie bisher von Dagmar Reduth unter 07664 95880 beantwortet.

Um was geht es?

Der Tuniberg und die vorgelagerte Mühlbachniederung sind eine von Weinbau und kleinteiliger Landwirtschaft geprägte Kulturlandschaft mit besonders hoher Artenvielfalt. Hier im Freiburger Westen leben über 200 Arten von Wildbienen, der Laubfrosch, die Smaragdeidechse sowie drei weitere Eidechsenarten, die Schlingnatter und eine Vielzahl seltener Vogelarten wie Bienenfresser, Wiedehopf, Steinkauz, Schwarzkehlchen und Neuntöter.   

Naturschutz und Landwirtschaft arbeiten am Tuniberg einvernehmlich daran, dieses „Schatzkästle“ an Artenvielfalt zu erhalten. Bereits heute sind einige besondere Leistungen der Winzer und Landwirte hervorzuheben. So werden im Weinbau seit Jahrzehnten keine Insektizide verwendet und in vielen Rebgassen Blühmischungen gepflegt. Seit in mehreren Studien (u.a. Krefeld 2017) der dramatische Artenschwund belegt wurde, entstehen auf freiwilliger Basis vermehrt Blühstreifen an den Ackerrändern. Es gibt ferner Lerchenfenster in den Äckern und eine Brache für den brütenden Kiebitz.    

Mit dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ wurden einerseits Gräben aufgerissen, andererseits Diskussionen angefacht, welche vermehrten Anstrengungen gegen den Insektenschwund und zum Erhalt der Biodiversität notwendig sind und was jeder einzelne tun kann.

Das Projekt

Angesichts dieser Situation stellt nun ein Landwirt auf Opfinger Gemarkung bis zu 5 Hektar Ackerland bereit zur Einsaat mit mehrjährigen Blühmischungen anstelle von Mais. Da sich von diesen Flächen keine Einnahmen für die notwendige Kostendeckung des Betriebes ergeben, können die entsprechenden Beträge über Blühpatenschaften von einzelnen Menschen, Firmen oder Einrichtungen aufgebracht werden, denen die Förderung der Artenvielfalt am Herzen liegt. Wenn sich genügend Paten finden, kann das Projekt über 5 Jahre kontinuierlich durchgeführt werden. Danach müssen die Äcker aus rechtlichen Gründen umgebrochen werden, bevor gegebenenfalls erneut Blühmischungen ausgebracht werden können.

Die Blühpatenschaft

Ab einem Betrag von 100 €, was einer Blühfläche von 400 qm entspricht, können Sie zunächst für 1 Jahr eine Blühpatenschaft erwerben. Damit werden Arbeitsaufwand, Saatkosten und Verdienstausfall des Landwirts abgeglichen. Der Betrag entspricht dem Gewinn, den der Landwirt aus dem Maisanbau erwirtschaftet hätte. Da auch keine zusätzlichen Fördermittel gezahlt werden, erzielt er über die Blühpatenschaften keinen extra Profit. Der organisatorische Aufwand für das Projekt wird nicht vergütet.    

Die Buchung wird über einen Vertrag gesichert. Sie bekommen außerdem eine Information, wo sich Ihr Blühfeld befindet. Am Jahresende erhalten Sie einen Kurzbericht mit einer Evaluation.

Was bringt eine Blühpatenschaft für die Natur?

Mit einer Blühpatenschaft sorgen Sie dafür, dass auf landwirtschaftlichen Flächen statt Mais viele verschiedene Blumen pestizid- und düngemittelfrei wachsen. Diese sind wiederum Nahrungsgrundlage für bestäubende Insekten wie (Wild-) Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, Käfer, Schwebfliegen und andere. Die Pflanzenvielfalt ist außerdem Nistplatz und Lebensraum für viele weitere Insekten, Spinnen, Vögel, Kleinsäuger, Feldhasen und andere Tiere.    

Das mehrjährige Vorhaben ermöglicht eine größere Pflanzenvielfalt verglichen mit den meist einjährigen Agrarumweltmaßnahmen. Ein weiterer essentieller Vorteil besteht darin, dass im Winter nicht umgepflügt werden muss, was normalerweise vielen Insekten im Ruhestadium das Leben kostet. So nisten beispielweise 75% aller Wildbienenarten im Boden. Außerdem bleibt das wertvolle Blühfeld über mehrere Jahre konstant am gleichen Ort bestehen, was insbesondere für Wildbienen mit geringem Flugradius oder anderen Arten mit geringen Ausbreitungsmöglichkeiten zugute kommt. Da Abgeblühtes auf den Feldern mindestens bis zum Frühjahr stehen bleibt, profitieren u.a. Vögel von den Sämereien, Insekteneier und Larven können überwintern und andere Tiere finden wichtige Deckung.

Die Blühmischung

Ausgesät wird eine mehrjährige, zertifizierte Blühmischung aus 60 % überwiegend einjährigen Kulturpflanzen (z.B. Phacelia, Senf, Ringelblume, Buchweizen, Sonnenblume) und 40 % mehrjährigen einheimischen Wildblumen (z.B. Flockenblume, Wilde Malve, Rotklee, Ackerwitwenblume, Hornklee, Natternkopf, Wilde Möhre).   

Die Kulturpflanzen haben die Aufgabe, durch schnelles Wachstum den nährstoffreichen vormaligen Ackerboden gegen invasive „Un“kräuter rasch abzudecken und bereits im ersten Jahr für einen Blühaspekt zu sorgen. Die Wildblumen blühen natürlicherweise meist erst ab dem zweiten Jahr. Mit den Jahren verringert sich der Anteil der Kulturpflanzen zugunsten der Wildpflanzen. Letztere sind für viele auf bestimmte Pollen spezialisierte Wildbienen und insbesondere für Schmetterlinge als Futterpflanzen besonders wertvoll.

Wie werde ich Blühpate?

Schreiben Sie an die Adresse:

bluehpatenschaft.freiburg@web.de

Geben Sie dabei bitte Ihre Postanschrift und den gewünschten Umfang Ihrer Patenschaft an. Der Mindestbetrag liegt bei 100€ und entspricht 400qm Blühfläche.

Danach erhalten Sie ein Vertragsformular, das Sie ausfüllen und zurückschicken. Sobald dann Ihre Zahlung auf das angegebene Konto eingeht, haben Sie den Landwirt beauftragt, ein Blühfeld entsprechender Größe anzulegen.

 

Ihre Fragen beantworten wir gerne unter obiger email-Adresse oder Tel. 07664-95880 oder 0172 6370078.

 Fotos auf dieser Seite : Josef Aschenbrenner und Dagmar Reduth