Schutzgebiet "Humbrühl"

Das NABU-Schutzgebiet „Humbrühl“ ist ein Mosaik aus verschiedenen Lebensräumen und Heimat einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt.

1978 bestand die große Gefahr, dass ein ca. 2 ha großes Gelände mit Schilf-, Brach- und Seggenbiotopen am Ostrand des Tuniberges bei Waltershofen unwiederbringlich zerstört wird. Dies war die Geburtsstunde des Engagements des NABU – damals noch als „Deutscher Bund für Vogelschutz“ – im Gebiet Humbrühl. Es gelang 1980 rund 1,5 ha dieser letzten Reste von Nass- und Feuchtwiesen zu kaufen. Inzwischen sind über 14 ha im Besitz des NABU, zusätzlich sind weitere Flächen im Gebiet seit Jahren vom NABU gepachtet. Der Flächenkauf wurde im Wesentlichen durch großzügige Spenden der Freiburger Bevölkerung und zahlreicher Spenden der NABU-Mitglieder finanziert, zum Teil mit erheblichen Zuschüssen durch das Regierungspräsidium Freiburg.

Durch den Einfluss des NABU wurden Gestaltungs- und Pflegemaßnahmen zur Bereicherung der Biotopsituation initiiert. Hierunter fallen die Anlage neuer Teiche und Tümpel mit einer Gesamtausdehnung von rd. 4000 m² oder die Pflanzung von Hecken oder einer Streuobstwiese sowie die Umwandlung von Äckern in Wiesen. Seit 1987 besteht eine gute Zusammenarbeit mit zwei Landwirten, die in unserem Auftrag die (Feucht)Wiesen mähen. Durch den weiteren Grunderwerb und neue Pachtflächen durch den NABU arbeiten inzwischen sechs Landwirte mit uns gut zusammen und führen alljährlich eine extensive Wiesenpflege auf über 14 ha Fläche durch. Hier ist zwischenzeitlich eine gute Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutz zum Wohle der Natur entstanden. Durch den Erhalt und Entwicklung von größeren Wiesenflächen sind öfters Weißstörche, Graureiher und im Winter Silberreiher auf der Nahrungssuche zu sehen.

Flachwasserteich
Flachwasserteich

Der Erfolg dieser Maßnahmen lässt sich auch in Zahlen ausdrücken: bisher konnten knapp 100 Vogelarten im Gebiet beobachtet werden, 35 Arten haben auch gebrütet, darunter Besonderheiten wie Rohrammer und Wasserralle. Dazu kommen zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten, die in Baden-Württemberg bereits nicht mehr häufig zu sehen sind.
Der NABU führt jedes Jahr mehrere Arbeitseinsätze im „Humbrühl“ durch. Tatkräftige Helfer/innen - gerne auch Nichtmitglieder -  sind immer willkommen. Im Gebiet sind mehrere Kopfweiden vorhanden, die teilweise seit 1987 gepflegt werden. Gerne geben wir Weidenruten an Schulen, Kindergärten, Vereine oder Personen (Nov. - Feb. des Jahres) kostenlos ab (bitte ggf. an den Schutzgebietsbetreuer wenden).

Arbeitseinsatz: Biotoppflege im Gewann Humbrühl
Arbeitseinsatz: Biotoppflege im Gewann Humbrühl

Nach über 25jährigem unermüdlichem Engagement hat das Regierungspräsidium Freiburg Ende 2008 unser Schutzgebiet als Naturschutzgebiet „Humbrühl-Rohrmatten“ ausgewiesen.Die Schutzgebietskulisse des NSG umfasst ca. 26 ha. Eindrucksvoller kann die Arbeit des NABU nicht belohnt werden.